„Wärmepumpe lohnt sich" oder „Gasheizung ist günstiger" — zu beidem findet man im Netz überzeugend klingende Rechnungen. Das Problem: Die meisten zeigen nicht, mit welchen Annahmen sie rechnen. Deshalb legen wir hier jede Zahl offen — Preise, Verbrauch, Wirkungsgrade — damit Sie nachvollziehen können, woher die Ergebnisse kommen, und die Rechnung bei Bedarf an Ihr eigenes Haus anpassen können.
Unser Rechenbeispiel
Wir rechnen mit einem typischen, teilsanierten Einfamilienhaus mit einem Jahreswärmebedarf von 20.000 Kilowattstunden — ein realistischer Wert für ein älteres, nicht komplett saniertes Haus mit Heizkörpern statt Fußbodenheizung. Alle Preise sind Tagespreise vom 6. August 2026 und können sich ändern.
- Gaspreis: 11,1 Cent/kWh (BDEW-Gaspreisanalyse, Einfamilienhaus)
- Heizölpreis: 124,5 Cent/Liter (Tagespreis, inkl. CO₂-Abgabe von rund 20 Cent/Liter)
- Haushaltsstrom: 37 Cent/kWh (BDEW-Strompreisanalyse)
- Wärmepumpen-Stromtarif: 24 Cent/kWh (typischer §14a-reduzierter Tarif, Spanne 22–26 Cent)
Was jede Heizung im Jahr wirklich kostet
Bei Gas und Öl rechnen wir mit einem Nutzungsgrad moderner Brennwertgeräte (90 % bzw. 88 %), bei der Wärmepumpe mit einer für den Bestand realistischen Jahresarbeitszahl von 3,5 — nicht mit dem bestmöglichen Laborwert, sondern mit einem Durchschnittswert über die ganze Heizsaison.
| Heizung | Verbrauch/Jahr | Energiekosten | Mit Wartung* |
|---|---|---|---|
| Gas (Brennwert) | rund 22.200 kWh | rund 2.470 € | rund 2.670 € |
| Öl (Brennwert) | rund 2.270 Liter | rund 2.830 € | rund 3.090 € |
| Wärmepumpe (JAZ 3,5) | rund 5.700 kWh Strom | rund 1.370 € | rund 1.520 € |
*Wartung/Schornsteinfeger als typischer Erfahrungswert — schwankt je nach Anbieter und Region.
Die Investition — und die Förderung, die nur eine Seite bekommt
Der Austausch gegen eine neue Gasheizung kostet erfahrungsgemäß rund 16.000 €, eine neue Ölheizung inklusive Tank-Thematik eher 19.000 € — beides ohne KfW-Förderung, denn fossile Heizungen sind seit der GModG-Reform von der Förderung ausgeschlossen (mehr dazu in unserem Artikel zur Heizungsgesetz-Reform). Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet brutto oft rund 35.000 € — hier greift aber die Grundförderung (30 %) plus Klimageschwindigkeitsbonus (16 %), macht 46 % auf die bei 28.000 € gedeckelten förderfähigen Kosten. Das sind exakt 12.880 € Zuschuss — der Eigenanteil sinkt damit auf 22.120 €. Mit Einkommensbonus kann es je nach Haushalt noch günstiger werden; die genaue Höhe rechnen wir Ihnen mit unserem Fördergeldrechner individuell aus.
Der 15-Jahres-Blick
Rechnet man Anschaffung (nach Förderung) und Betriebskosten über 15 Jahre zusammen, bei konstant angenommenen heutigen Preisen — ohne Prognose künftiger Preissteigerungen, die bei Gas und Öl durch die planmäßig steigende CO₂-Bepreisung eher wahrscheinlich sind als bei Strom:
| Heizung | Gesamtkosten über 15 Jahre |
|---|---|
| Gas | rund 56.000 € |
| Öl | rund 65.300 € |
| Wärmepumpe (nach Förderung) | rund 44.900 € |
Selbst mit der höheren Anfangsinvestition liegt die Wärmepumpe in diesem Modell über 15 Jahre rund 11.100 € unter Gas und rund 20.400 € unter Öl — allein durch die niedrigeren laufenden Kosten.
Was das für Ihre Entscheidung bedeutet
Diese Rechnung ist ein Modell, kein Versprechen für Ihr Haus. Entscheidend sind bei Ihnen vor Ort vor allem: der tatsächliche Wärmebedarf, die vorhandene Heizkörper- oder Fußbodenheizung-Infrastruktur (relevant für die nötige Vorlauftemperatur), der Dämmzustand und Ihr individueller Fördersatz. Ein schlecht gedämmter Altbau mit alten Hochtemperatur-Heizkörpern rechnet sich anders als ein teilsaniertes Haus wie in unserem Beispiel — muss aber trotzdem nicht automatisch schlechter für eine Wärmepumpe geeignet sein, das prüfen wir individuell.
Sie möchten wissen, wie sich die Zahlen für Ihr eigenes Haus darstellen? Wir rechnen mit Ihrem tatsächlichen Verbrauch, Ihrem Gebäude und Ihrem persönlichen Fördersatz — nicht mit einem Modellhaus.

