Über Samsungs EHS-Wärmepumpen und die WindFree-Klimatechnik haben wir bereits berichtet. Mit der EHS Quint bringt Samsung jetzt ein neues Außengerät, das beide Welten in einer Einheit zusammenführt — inklusive eines Tricks, der beim Warmwasser bares Geld sparen kann. Auch hier gilt: Wir betrachten ausschließlich Samsungs Klimaanlagen und Wärmepumpen, nicht die übrige Produktpalette des Herstellers.
Ein Außengerät für drei Aufgaben gleichzeitig
Die EHS Quint ist nach Herstellerangaben Samsungs erstes Wohngebäude-Außengerät, das Heizen und Kühlen gleichzeitig beherrscht — sowohl über angeschlossene Innen-Klimageräte (Luft-Luft) als auch über den Heizkreislauf für Fußbodenheizung oder Heizkörper (Luft-Wasser). Dazu kommt die Warmwasserbereitung. In der Praxis heißt das: Ein Zimmer mit Klimagerät wird im Sommer gekühlt, während im restlichen Haus ganz normal die Heizungsanlage für Warmwasser sorgt — aus einem einzigen Außengerät heraus.
Der eigentliche Clou: Wärmerückgewinnung
Besonders interessant ist der Wärmerückgewinnungs-Modus: Die Abwärme, die beim Kühlen eines Raums ohnehin anfällt, wird nicht wie sonst üblich nach draußen abgeführt, sondern zur Erwärmung des Warmwasserspeichers genutzt. An einem warmen Sommertag, an dem ohnehin gekühlt wird, entsteht das Warmwasser dadurch quasi als Nebenprodukt — spürbar effizienter, als Kühlung und Warmwasserbereitung getrennt zu betreiben.
Auch für den Bestand interessant
Die EHS Quint erreicht laut Hersteller Vorlauftemperaturen bis 65 °C und hält die Heizleistung nach Herstellerangaben bis -15 °C ohne spürbare Einbußen aufrecht — beides relevant für alle, die im Altbau mit klassischen Heizkörpern statt Fußbodenheizung planen und deshalb bislang gezögert haben. Der Gesamtbetriebsbereich reicht bis -25 °C.
Leise genug für dichte Wohnlagen
Ein Punkt, der uns bei Anfragen in Frankfurt regelmäßig begegnet: die Sorge vor einem lauten Außengerät in dicht bebauten Wohnstraßen oder bei knappen Grenzabständen zum Nachbargrundstück. Im Normalbetrieb liegt die EHS Quint bei rund 49 dB(A), im Night Mode senkt sie den Schallpegel auf bis zu 35 dB(A) — spürbar leiser für den nächtlichen Betrieb.
Steuerung per App
Über die SmartThings-App lassen sich Temperatur, Betriebsmodus und Verbrauch von unterwegs überwachen und anpassen, bei angeschlossenen Innengeräten auch die WindFree-Funktion aktivieren. Damit lässt sich das gesamte System — Heizen, Kühlen und Warmwasser — von einer einzigen Oberfläche aus steuern.
Was ist mit dem Kältemittel?
Die EHS Quint arbeitet mit R32 (GWP 675). Das mag auf den ersten Blick überraschen, denn in unserem Artikel zur F-Gase-Verordnung hatten wir beschrieben, dass R32 ab 2027 in neuen Single-Split-Klimageräten unter 12 Kilowatt verboten wird. Die EHS Quint ist mit 12,5 beziehungsweise 16 Kilowatt Nennleistung oberhalb dieser Schwelle angesiedelt und zudem kein reines Single-Split-Klimagerät, sondern ein kombiniertes Wärmepumpen-System — nach Herstellerangaben erfüllt sie damit die für diese Geräteklasse aktuell und in absehbarer Zeit geltenden F-Gase-Vorgaben. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, greift ohnehin zu einem System mit natürlichem Kältemittel wie R290 — ein Abwägung zwischen Funktionsumfang und Kältemittel-Zukunftssicherheit, die wir im Beratungsgespräch gerne im Detail durchgehen.
Für wen sich die EHS Quint eignet
Besonders sinnvoll ist die EHS Quint für Haushalte, die ohnehin sowohl eine neue Heizung als auch eine Klimatisierung einzelner Räume planen und das in einem Projekt statt in zwei getrennten Anschaffungen umsetzen wollen. Wichtig für die Förderplanung: Wie bei anderen kombinierten Systemen greift die KfW-Förderung bei der Wärmepumpen-Komponente, nicht bei reinen Klimafunktionen — das sollte man von Anfang an sauber in der Kalkulation trennen.
Sie überlegen, ob sich eine kombinierte Lösung aus Wärmepumpe und Klimatisierung für Ihr Haus eignet? Wir prüfen mit Ihnen Aufstellort, Schallschutz und Förderfähigkeit und übernehmen bei Bedarf die komplette KfW-Antragsabwicklung.

